Vielleicht bin ich als ehemaliger Linux User nicht Apple-Fanboy genug und unterliege dem Frevel der Vielgötterei, aber Steve Jobs' offener Brief über Adobe Flash ist einfach nur noch peinlich.
Niemand bestreitet, dass Flash alles andere als performant unter OSX läuft (Farmville-Spieler in Büros können durch das Anspringen des Notebook-Lüfters leicht identifiziert werden). Und niemand bestreitet, dass jeder offene Standards "way to go" findet. Aber dass ausgerechnet Apple hier den Zeigefinger hebt mit ihrer hermetischen Ökosphäre iTunes und dem alarmierenden Türstehergehabe beim AppStore ist blanke Ironie und mindestens eine Frechheit.
Jobs verhält sich wie ein Geißbock der, nun durch seine eigene Sturheit in die Enge getrieben, keine andere Lösung sieht als den Kampf nach vorne auszutragen. Denn wer einlenkt und sich kooperativ zeigt, der ist bekanntlich der Verlierer.
Wir freuen uns alle auf die schöne Zeit offener Technologien mit HTML5, CSS und JS, aber solange nicht alle Browser ordentlich Leistung und Kompatibilität nachgelegt haben und es klare Usecases für Flash gibt (aufkommende JS-Game Engines hin oder her, die sind noch mehr Proof-Of-Concept als ein ebenbürtiger Ersatz für Flash als Spieleplattform), sollte Flash ausreichend unterstützt werden. Nicht für Apple, nicht für Adobe, sondern für uns.
Guter, fairer, hintergrundwissensreicher Artikel darüber mit Flash Co-Creator Jonathan Gay: http://coldhardflash.com/2010/05/flash-co-creator-jonathan-gay-responds-to-steve-jobs.html